Printausgabe
vom 14.01.2008
Hundsänger
Fastnacht – Spitzenklasse
Von
Gerhard Egenolf
Hundsangen.
Wenn man die Hundsänger Kappensitzungen
der letzten Jahre in Erinnerung hat, ist
man eigentlich der Meinung, es kann gar
nicht mehr besser werden. Aber der Hundsänger
Carnevalverein schafft es immer wieder,
noch eine „närrische Schippe“
drauf zu legen und das Publikum zu begeistern.
Fast fünf Stunden lang brannten die
Hundsänger Narren in der Ollmerschhalle
ein närrisches Feuerwerk der Superklasse
ab, das hierzulande seinesgleichen sucht.
Schon
von Beginn an herrschte eine tolle Stimmung.
Sitzungspräsident Frank Göbel
sorgte zum Anfang für ein spezielles
„Warm-up“ und dirigierte das
„Publikum-Orchester“. Dermaßen
eingestimmt, bereitete das Narrenvolk dem
neu gewandeten Elferrat einen stürmischen
Empfang. Auf dieser Begeisterungswoge tanzte
sich das HCV-Ballett mit seinem Gardetanz
in die Herzen der Narrenschar, darunter
auch befreundete Abordnungen aus Elz, Langendernbach
und Gemünden.
Ein
immer wieder gern gesehener Gast in der
Hundsänger Bütt ist Michael Ruoff
aus Niederhadamar, der mit seinem geschliffenen
Protokoll wieder die Finger in so manche
Wunde legte und die kleine und große
Politik glossierte und dabei auch heiße
Eisen anpackte.
Für
eine „Showtime“ der besonderen
Art sorgte die Gruppe „International“,
die mit herrlichem Kokolores bis hin zu
einer wild gewordenen Baby-Horde für
Lachstürme sorgte. Dass die Damen der
Tanzgruppe „Carree“, alles ehemaligen
Tänzerinnen des HCV-Balletts, von ihrem
Können nichts eingebüßt
haben, bewiesen sie mit dem getanzten „Tagesablauf
einer Frau“. Mit tollen Tänzen
und blitzschnellen Kostümwechseln begeisterten
sie das Publikum.
Glaubt
man den „Gipfelstürmern“,
dann muss die Menschheitsgeschichte neu
geschrieben werden. Denn nach ihrer Version
waren Adam und Eva die ersten Narren auf
der Welt. Und Eva aß nicht etwa einen
Apfel vom Baum der Erkenntnis, sondern Pflaumen
von einem Westerwälder „Quetschebaam“.
In ihrem närrischen Potpourri zauberten
sie unter anderem auch Napoleon, Kaiser
Wilhelm, Fastnachtsextremisten und tanzende
Teufel auf die Bühne.
Heinz
Peter Weidenfeller und Hermann Malm sorgten
mit ihren Stimmungsliedern „Huch met
de Fois“ und „Ein Stern, der
unsre Farben trägt“ für
einen wahren Volksaufstand. Auf dieser Begeisterungswelle
schipperten dann auch die zwei „Schiffbrüchigen“,
Dieter Ehinger und Frank Göbel, auf
die Bühne und lästerten auf ihre
unnachahmliche Weise über Gott und
die Welt – und die Obererbacher. Dort
soll es jemanden geben, der sein Solardach
auf der Nordseite angebracht hat –
für kaltes Wasser.
Kaum
waren die Schiffbrüchigen wieder an
Land, wandelte sich die Bühne zur großen
Flughafenhalle der „Wambach-Air“.
Die „Wambachlerchen“ glossierten
auf ihre Art das abgelaufene Jahr und brachten
Stoiber und seine Widersacherin Pauli, Jan
Ulrich, Dieter Bohlen und Mark Madlock,
Heino und den Musikantenstadl auf die Bühne.
Eine tänzerischen Höhepunkt setzte
das HCV-Ballett mit seinem umjubelten Tanz
„Feuer und Eis“. 29 Tänzerinnen
begeisterten mit einer tollen Choreographie,
die auch mit wunderbaren Lichteffekten nicht
geizte.
Das
große Finale vereinigte die rund 100
Mitwirkenden auf der Bühne und gemeinsam
mit dem Wunderkerzen schwenkende Publikum
schwelgten sie zur Hundsänger Nationalhymne
„Blau-weiße Sterne stehn, werden
nie untergehen“. Ein grandioser Abschluss
eines fantastischen Abends.
|